Neben der Zucht reiner Farbschläge, legen viele Kamerunschaffreunde einen besonderen Wert auf die Zucht sogenannter Schecken.

Was Schecken eigentlich sind und wie man sie (zumindest optisch) beschreiben kann, wollen wir hier einmal erklären...

 

 

Der Scheckenbestimmungsschlüssel

 

Der Begriff "Scheckung" ist ein sehr allgemein gehaltener Begriff und bezeichnet lediglich das Auftreten von weißen Stellen an einem ansonsten farbigen Tier. An diesen Stellen fehlt die Pigmentierung der Haare.

Bei den gescheckten Kamerunschafen gibt es eine Vielzahl von Scheckungsmustern, die genetisch unterschiedlich vererbt werden. Diese sind in der Fachliteratur bekannt, können aber in der praktischen Zucht nicht immer eindeutig in ihrer Ausprägung als solche erkannt werden. Sehr häufig sind mehrere Scheckungsgene an der Ausprägung einer Scheckenbezeichnung beteiligt, die sich zudem gegenseitig beeinflussen können. In diesen Fällen ist eine genetische Zuordnung von einzelnen Faktoren ohne umfangreiche Tests unmöglich.

Zeichnungsbilder sind deshalb nicht eindeutig zuzuordnen. Dies hat in der Vergangenheit, wenn es um die Beschreibung eines Scheckungsmusters ging, zu den unterschiedlichsten Begriffen geführt. Wir möchten vermeiden, dass sich jeder Züchter eine eigene Bezeichnung für seine Schecken aussucht! Das schafft Verwirrung und ist nicht hilfreich.

Wir schlagen eine Vereinheitlichung der Begrifflichkeiten und Beschreibungen von gescheckten Kamerunschafen vor.

 

Diese Beschreibung setzt sich aus 4 Teilen zusammen:

1. Grundfarbe

2. Scheckungskategorie (KAT)

3. Scheckungsbezeichnung

4. Besondere Merkmale

 

 

1. Grundfarbe

Grundsätzlich gilt:

Jeder Schecke hat auch eine Grundfarbe, die sich an den vorkommenden Farbschlägen und Mischtypen orientiert

(siehe Farbschläge & Sonderfarben).

Bei hohem Weißanteil lässt sich die Grundfarbe oftmals nicht mehr erkennen! Hierbei kann die Rückbesinnung auf die Grundfarben der Elterntiere oft weiterhelfen.

 

2. Scheckungskategorie

Die Weißanteile können in unterschiedlichem Umfang vorliegen. Vom fast weißen Tier mit farbigen Flecken an den Beinen bis zum farbigen Tier mit z.B. nur einem weißen Stirnfleck. Wir schlagen deshalb vor, den Ausbreitungsgrad des Weißanteils in Bezug zur Gesamtkörperfläche zu setzen und dies als Scheckungskatergorie (Abkürzung KAT) zu bezeichnen.

 

KAT50 - wäre also ein Tier mit 50% Weiß- und 50% Farbanteil

KAT05 - wäre ein farbiges Tier mit weißem Stirnfleck

KAT95 - wäre ein fast weißes Tier mit farbigen Flecken an den Beinen

 

Mit diesem Zusatz der "KAT" kann problemlos das Ausmaß der Scheckung beschrieben werden, welches für die Vergleichbarkeit und bei der Zuchtarbeit eine wertvolle Hilfe ist!

 

3. Scheckungsbezeichnungen

Bei der Unterscheidung von einzelnen Scheckungsmustern wollen wir uns nur auf das äußere Erscheinungsbild eines Tieres beschränken, unabhängig von den eventuell vorliegenden genetischen Faktoren!

 

Dazu möchten wir mit wenigen Begriffen auskommen, um ein geschecktes Tier zu beschreiben. Wir beschränken uns aktuell (!) auf die folgenden Scheckungsbezeichnungen mit deutschen Begriffen.

 

3.1. Fleckenscheckung bzw. Tupfenscheckung:

Runde oder sonstige farbige Flecken und Tupfer auf weißer Fläche.

 

3.2. Plattenscheckung

Mittelgroße bis große farbige Flächen mit sauberer Abgrenzung zur weißen Scheckung.

3.3. Gebrochen Scheckung:

Unregelmäßige runde bzw. gezackte Partien auf farbiger Grundfarbe, ergeben ein unruhiges Muster.

Auch mit unsauberen Übergängen. 

 

3.4. Schimmel

Weiße Stichelhaare vermischt im farbigen Fell.

Können in unterschiedlich starker Ausbildung vorkommen.

Kann auch bei Schecken auf den farbigen Körperteilen auftreten.

 

4. Besondere Merkmale

Bei besonders markanten und häufig auftretenden, eindeutigen oder besonderen Scheckungsmerkmalen können zur weiteren Klassifizierung Zusätze beigefügt werden.

 

Einige Vorschläge hierzu wären z.B.:

- Sattelscheckung (farbiger Sattel)

- weißer Gurt (belted, gestreift, weißer Gürtel)

- nur schwarzer Kopf (Persianzeichnung)

- schwarze Augenringe, weiße Vorderläufe, weißer Stirnfleck usw.

- Schabrakenschecke (weiße Satteldecke)

- aufziehendes Weiß (von unten eindringendes Weiß, auch als splashing, wading, encroaching bekannt)

- usw.....

 

 

Anwendung des Scheckenbestimmungsschlüssels (SBS)

Mit Hilfe der bis hierher festgelegten Definition lässt sich kurz und prägnant mit den 4 Punkten jede Scheckung aussagekräftig in folgender Form beschreiben:

 

SBS:  Grundfarbe / KAT / Scheckungsbezeichnung / Besondere Merkmale

 

 

Beispiele:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SBS: rot/KAT70/Fleckenscheckung/weißer Kopf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SBS: Mischtyp/KAT25/gebrochene Scheckung/Schimmelanflug

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 SBS: swmf./KAT30/Plattenscheckung/weißer Gurt

 

 

 

Autor: A.S.